Allgemein

Bei medizinischen Notfällen im ländlichen Raum benötigt der öffentliche Rettungsdienst oft bis zu 15 Minuten, bis er an der Einsatzstelle eintrifft. Diese Zeit versucht ein ehrenamtlicher „Helfer vor Ort“ (HvO) als schnelleintreffender und medizinisch-geschulter Ersthelfer zu überbrücken, indem er schon früh mit lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen und einer kompetenten Erstversorgung beginnt. Hierfür wird der ortsansässige HvO zeitgleich mit dem Rettungsdienst von der Integrierten Leitstelle alarmiert. Dadurch erreicht dieser bereits nach etwa fünf Minuten nach der Alarmierung den Einsatzort, wodurch eine noch bessere Versorgung für den Notfallpatienten und somit eine sinnvolle Ergänzung zum regulären Rettungsdienst gewährleistet werden kann.
Diese „Zusatzleistung“ ist für den Patienten und seine Krankenkasse vollkommen kostenfrei. HvO-Systeme existieren mittlerweile in vielen Gebieten Deutschlands und werden durch die Hilfsorganisationen, sowie durch Feuerwehren, gestellt.
 

Alarmierung

Wenn jemand plötzlich erkrankt oder sich verletzt, ist unter der europaweit-einheitlichen Notfallnummer 112 ein Notruf abzusetzen. Dieser Anruf wird von der Integrierten Leitstelle Bayerischer Untermain entgegengenommen und verarbeitet. Entsprechend der gegebenen Umstände schickt der Disponent sofort einen Rettungswagen, sowie gegebenenfalls einen Notarzt und weitere Einheiten zur Einsatzstelle.
 
Die Alarmierung der HvO erfolgt über einen Funkmeldeempfänger (umgangssprachlich "Piepser") sowie über eine Kurznachricht per SMS an jeden Helfer. Die einsatzbereiten Helfer machen sich daraufhin unverzüglich (und mit Sonder- und Wegerechten) auf dem Weg zum Notfallpatienten, um schnelle, qualifizierte und kostenfreie Erste Hilfe zu leisten. Durch die kurze Anfahrtszeit erreicht der HvO die Einsatzstelle gewöhnlich um mehr als 5 Minuten früher als der Rettungswagen und kann den Patienten bis zu dessen Ankunft schon adäquat versorgen. Dieser Zeitvorteil kann bei manchen Notfällen (wie Herz- Kreislaufstillständen) lebensrettend sein, insbesondere da wir einen Defibrillator und medizinischen Sauerstoff zur bestmöglichen Reanimation mitführen.

 
Da der Dienst ehrenamtlich und berufsbegleitend durchgeführt wird, ist ein Ausrücken des HvO nicht bei jeder Alarmierung garantiert. Die "regulären" Rettungsmittel, also Rettungswagen und bei Bedarf der Notarzt, werden Ihnen aber in jedem Fall zur Hilfe eilen. An Wochenenden und Feiertagen erreicht der HvO Umpfenbach übrigens eine Bereitschaftsquote von annähernd 100%.
 

Das HvO-System und dessen Vorteile:
  • • Der HvO wird bei entsprechender Indikation automatisch mit-alarmiert, er muss nicht extra gerufen werden. 
  • • Immer wenn der HvO zu einem Einsatz ausrückt, ist auch der öffentlich-rechtliche Rettungsdienst alarmiert.
  • • Der HvO unterstützt den Rettungsdienst, ersetzt ihn aber nicht.
  • • Ziel ist es, die teilweise langen Anfahrtszeiten des Rettungswagens zu überbrücken.
  • • Lebensrettende Maßnahmen können schneller begonnen werden.
  • • Unfallstellen werden schneller abgesichert.
  • • Bessere Ortskenntnisse durch heimische Einsatzkräfte.
  • • Frühzeitigere Lagemeldung um weitere Einsatzkräfte nachalarmieren zu können.